Kirchen

Evangelische Kirche Christi am Ratshof

Evangelische Kirche Christi am Ratshof

Adresse

Kaliningrad

Kaliningrad, st. Stanochnaya, 12

Evangelische Kirche Christi am Ratshof
Die Kirche Christi ist das letzte Kirchengebäude, das die Deutschen in Königsberg errichtet haben. Es wurde für eine Gemeinde in einem Vorort der Stadt gebaut, die hauptsächlich aus Arbeitern bestand. Aus diesem Grund sollte die Kirche, wie die Zeitschrift „Atroitelnyj Master“ schrieb, „in ihrer Erscheinung ungeschminkt sein, aber für einen normalen Menschen verständlich sein“. Gebäudebeschreibung: Ein langgestreckter, undifferenzierter, einfacher Gebäudekörper hatte ein sehr hohes Satteldach mit einer Neigung von 48 Grad.

Auf der Nordseite separat stehend, ist der Glockenturm, der nur bis zum Dachgesims mit dem Kirchengelände verbunden ist, von weitem sichtbar. Auf der Südseite befindet sich ein Gemeinschaftshaus, das noch vor Baubeginn war. Das Kirchengelände war symmetrisch in drei Schiffe aufgeteilt. Das Mittelschiff mit einer Breite von 10 m hat eine Höhe von 12 m und ist somit seitlich höher (fast 9 m). Das Mittelschiff dringt in die Dachkonstruktion ein, dh die üblichen Fenster wurden abgelehnt. Auffallend sind sehr hohe und außergewöhnlich schlanke Säulen mit grau-gelben Klinkerziegeln. Sie unterstützen die Dachkonstruktion, an der flache Holzdecken hängen. Klinker wurde auch auf anderen markanten Wandflächen verwendet. Ein schlankes Fenster, das fast den gesamten Raum, der im ganzen Raum herrschte, hoch war, vervollständigte eine flache Altarwand.Im Gegenteil lag über dem Eingang eine Orgel Empora. Im Kirchenschiff befanden sich 560 Besucher, in den Chören 70 weitere, im Voraltarraum konnten 80 weitere Stühle aufgestellt werden. Der Altar und die Kanzel waren aus Eichenholz; Die Orgel Empora mit Brüstung bestand aus einer Holzstange. Die Dekoration des gesamten Kirchengeländes war eine Orgel, in der sich Rohre aus Holz und Metall abwechselten. Die Außenwände bestanden aus gebackenen Ziegeln und waren mit braunroten Steinen ausgekleidet.Sie werden durch große rechteckige Fenster unterbrochen. Auf dem Ostgiebel waren drei lange, sehr schmale Fenster mit schwach angehobenen Bögen bedeckt. Sie bildeten nur ein Gestaltungselement. Ihre schlanken Requisiten befanden sich in einem Abstand von ca. 2 m vor der Außenwand, die nur eine kleine runde Fensteröffnung hatte. Dieses Bogenmotiv wurde in kleiner Form für den Klang des Glockenturms wiederholt. Die als Dekorationsgips konzipierten Gürtel vervollständigen die rotbraune Wand unter dem Dachvorsprung und oberhalb des Giebels.

Vieles in diesem unlackierten Kirchengebäude, das zumindest durch gute Proportionen und saubere Ausführung zumindest einen gewissen Eindruck machte, erinnert zunächst an die Ideen von „geschäftlichen“ 20ern. Aufgrund des pragmatischen Ansatzes in den 20er Jahren könnte man sich ein Flachdach über einem kubischen Gebäude vorstellen.Anfang der 30er Jahre wurde jedoch wieder ein geneigtes Dach verwendet - ein Phänomen der Zeit, das sich bereits vor 1933 manifestierte (man muss daran erinnern, dass der Entwurf vor 1932 begann). Auf der anderen Seite erinnert vieles an das „trockene“ Design der 50er Jahre, gepaart mit zuverlässiger professioneller Leistung. Dies ist besonders auffällig, wenn Sie Fotos des Innenraums ansehen, die im „Baumeister“ veröffentlicht wurden, und von Freimann als Nachdruck.Fotos der ursprünglichen Kirche Christi vermitteln ein klares Verständnis dafür, dass die Wurzeln des Baustils der 50er Jahre in den Gebäuden der frühen 30er Jahre zu finden sind. Nach dem Krieg wurde die stark beschädigte Kirche mit Hilfe einer nahegelegenen Kutschanlage unter dem Kulturhaus errichtet. In östlicher Richtung wurde das Gebäude um etwa 2 m verlängert, das Dach war nicht so steil und der Glockenturm war im Allgemeinen flach. Im Kirchenraum wurde komplett neu aufgebaut. In der großen Halle wurden Reihen aufgehender Stühle und eine Bühne errichtet.

Architekt Kurt Frick 1884 - 1963 wurde in Königsberg geboren und zog nach einem Besuch der Bauschule nach Hellerau bei Dresden, um 1910 in Dresden einen Vorortbereich zu errichten. Im 1915 warf ihn das Schicksal erneut nach Ostpreußen, als er als führender Bezirksarchitekt die zu Beginn des Krieges zerstörten Städte Stalluponen, Oidtkunen und Schirwindt wieder aufgebaut hatte. Im 1919 ließ er sich als Architekt in Königsberg nieder. Seine bekanntesten Werke sind die Christuskirche in Ratshof, das jüdische Pflegeheim, Bertahheim, zahlreiche Bankgebäude und Fassaden von Verwaltungsgebäuden sowie das Alhambra-Kino. Als Friedrich Lars im 1933 die Akademie der Künste verlassen musste, wurde Kurt Frick sein Nachfolger als Direktor. Nach 1945 arbeitete er als freier Architekt in Bad Reichenhalle, wo er 1963 starb.



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